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Beschreibungen Nowhere Man: Lennons letzte Tage in New York Kostenloses Ebook
"... dann habe ich über meine eigene Entscheidung nachgedacht: Soll ich machen, was Gott von mir verlangt, oder soll ich machen, was ich will. Ich entschloss mich, Gottes Weisung zu folgen!"
Der ominöse Gottesauftrag des wirrköpfigen "Lennon-Fans" Mark David Chapman, auf fatale Weise an Ereignisse in jüngster Zeit erinnernd, löschte am 8. Dezember 1980 das Leben eines Menschen aus, der wie kaum ein anderer in der Welt zu einer Figur von positiver Symbolkraft wurde. John Lennons Werdegang und seine Songs waren unzähligen Menschen seit ihrer frühesten Jugend vertraut und zum lieb gewonnenen Wegbegleiter und Inspirationsquell geworden. Menschen, die sich nur schwer vorzustellen vermochten, Gott könne Weisungsbefugter einer solchen Irrsinnstat gewesen sein.
Schwer vorstellbar auch, dass der Allmächtige Jahre später ausgerechnet einen verkrachten Ex-Pentagon-Redenschreiber und Taxifahrer dazu auserkor, eine Enthüllungsstory über einen der kreativsten Köpfe dieser Erde zu veröffentlichen, die fast schon einer Demontage gleichkommt. Robert Rosen, gelangte über Fred Seaman, einen ehemaligen Bediensteten der Lennons, der nach Johns Tod Dokumente kistenweise davon schleppte, an ominöse Tagebuchaufzeichnungen. Sie vermittelten Rosen offenbar das Bild eines gestörten, lebensunfähigen und hoch neurotischen Musikers, der seit 1975 keine Platte und kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben hatte und allmählich zu einem Howard Hughes des Rockbusiness mutierte.
Im wichtigtuerischen Tonfall des Verschwörungstheoretikers, hangelt sich der Biograf der letzten Tage an Traumdeutung und Zahlenmystik entlang, lässt in einer fiktiven "Jerusalem-Fantasie" den Ex-Beatle nach einem Gethsemane-Besuch einer Touristin gar die Füße waschen und legt ihn in einem Kapstadter Massagesalon in die Arme einer vollbusigen, mit Babyöl agierenden Sex-Samariterin. Fakt und Fiktion vermischen sich bald auf beunruhigende, kaum mehr entwirrbare Weise. Bekanntermaßen war Lennon eine neurotische und angstbesetzte Persönlichkeit -- vermutlich sogar eine Bedingung seiner ungeheuren künstlerischen Leistung. Der ewig betende Hampelmann, den Rosen uns unterzujubeln versucht, war er mit Sicherheit nicht. --Ravi Unger